Sprach KI´s – zwischen genialem Fortschritt und Demontierung der eigenen Karriere und Umwelt

Sprach-KI´s sind in aller Munde und sollen unsere Welt verbessern und sämtliche Lebensbereiche, die mit Sprache im weitesten Sinne zu tun haben, modernisieren. Tatsächlich sind Sprachintelligenzen erst mal verblüffend, vor allem erledigen sie atemberaubend schnell Textaufgaben, für die früher unzählige Arbeitskräfte Jahre gebraucht hätten.
Die Algorithmen scheinen sich auch schnell zu verbessern und Schnittstellen in mehreren Fachgebieten gedeihen.
Nun soll es zum Beispiel auch eine Synthese aus Textbausteinen und Melodien bzw. Sprechweisen im Standardrepertoire der digitalen Welt geben: So genannte Onjis sollen im Unicode 16 Standard eingeführt werden.
Die lernende KI-Welt ermöglicht tatsächlich auch eine lernende Implementierung von Ausdrucksformen einzelner Menschen, sogennante Sprachmodels.
Auffällig sind mittlerweile leider immer mehr lieblose und dahingeklickte Textwerke, für die man teilweise sogar bezahlt.
Einige Redakteuere, wahrscheinlich auch namenhafter Blogs und Zeitschriften denken, sie können auf Dauer Maschinentexte generieren und so ihren Stundenlohn stark erhöhen. Leider fällt dies auf: Die Maschine wird nie in der Lage sein, aktuell und korrekt Ausdrücke in königlicher Ausdrucksform und Konstringenz zu entwerfen. Auch originell und kreativ, sind diese meistens nicht – wenn dann eher technisch albern.
Wer halbwegs bewusst ist und den Unterschied zwischen lebendigen Texten, in denen immer ein Teil des Autors präsent ist, und maschinellen Abgasen in Buchstabenform zu erkennen weiß, dem fällt auf:
Die selbst geschriebenen Werke laden ein zum weiterlesen und lebendigem nachempfinden.
Die Texte mit KI-Odem sind sperrig, sie machen keinen Spaß und der Lesefluss ist stark gestört.
Wenn die Verfasser mit der Zeit auf dieses Problem stoßen und es nicht beheben, kann dies neben wirtschaftlichen Folgen vielleicht auch auf anderen Ebenen eine Wirkung haben:
Leser werden sich abwenden können und die eigenen Fähigkeiten, die hohe Kunst des Sprechens, kann sich zurückbilden.
Wer weiß, ob nicht sogar Gebrauchsanweisungen, welche so erstellt werden, höhere Ausfälle erzeugen können.
Ganz gewiss ist auch die Bildung in Gefahr: Wem nützen Schullaufbahnen in denen alle Aufgaben durch KI´s erzeugt worden sind?
Wahrscheinlich wird man prüfen müssen, wo Sprach KI´s noch eingesetzt werden können, ohne unsere Entwicklung zu beschädigen.
Die seelenlosen Textstücke eignen sich wahrscheinlich nur zur Vereinfachung kleiner, klar und gut überschaubarer Teile unseres Lebens. Ansonsten müssen wir vielleicht einen Haufen Textschrott aus uns und unserer Umgebung entfernen. Mehr als jetzt schon!

Über den Autor:

Philipp Drescher hat Medizin studiert und ist Autor und freier Forscher. In seinen Büchern, auf Deprisoner.de und in seinen theoretischen Arbeiten (u.a. auf Zenodo) untersucht er die gemeinsamen Berührungspunkte zwischen Neurowissenschaft, Resonanz, psychologischen Effekten und dem Geist bzw. der Seele. Seine Texte bieten neue Denkansätze und Modelle zur freien Selbstreflexion, ersetzen jedoch keine medizinische Diagnostik oder Therapie.

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Die auf deprisoner.de vorgestellten Inhalte, Bücher und Modelle sollen der allgemeinen Reflexion, der Persönlichkeitsentwicklung / Selbsthilfe und der geistig-seelischen Arbeit ("Bewusstseinsarbeit") dienen. Die theoretischen Ansätze des Autors zu Resonanzeffekten und übergeordneten Strukturen sind wissenschaftliche Hypothesen und Modelle im Bereich der Bewusstseinsforschung. Sie stellen keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung dar und ersetzen ausdrücklich nicht den Rat oder die Therapie durch einen Arzt oder approbierten Psychotherapeuten. Es werden keine Heilversprechen gegeben.