Mit uns Deutschen treibt man seit längerem arge Spiele:
Eine dieser Spielarten sind künstliche Schamkomplexe.
Über scheinbar abartige, eigentlich intime Angelegenheiten werden Menschen verwirrt und geschwächt.
In jeder Gruppe werden durch Erzählung, Mutproben, Lustverführung, Beschämung, gezüchtete Streitereien und ähnliches, wunde Punkte bereitet, die bei Belieben angesprochen werden können. Auch um zu bestimmten Kreisen zu gehören, können schamhafte Situationen, welche als Foto beispielsweise aufbewahrt werden, als Druckmittel verwendet werden, damit man an diese Kreise gebunden bleibt.
Neben den natürlichen Hänseleien, die es über all gibt, gibt es auch massive, künstlich herbeigeführte Schamkomplexe, die man züchtet!
In diesem Bereich gibt es alles, was als Tabu in der Gesellschaft gilt oder worauf man mit Scham und starkem Stress reagiert. Die Themen sind unterschiedlich und natürlich angepasst an die Gruppierungen, in denen sich die Betroffenen bewegen.
Diese früher eher in Verschwörer- oder Mafiakreisen etablierte Ritualart hat sich stark verbreitet. Sie ist ein Einfallstor für Lieblosigkeit, Herabsetzung, Spaltung und damit Zerfall, gerade weil sie in Schichten sickerte, welche nicht militärischem oder geheimdienstlichem Gehorsam unterliegen müssen .
Gerade bei uns Deutschen, welche für Ästhetik und Stiftung von Hochkultur bekannt sind, wirken natürlich Narrative von Krankem, Hässlichem oder Abartigem, um Menschen zu schüren und sie zu degradieren, falls sie aus der Reihe tanzen.
Ob nun Homosexualität, Grausamkeit, Perversion, extravagante Kleidungsstile, Ansichten oder Lebensstile:
Die Deutschen sind schnell zu Extremen verleitet, weil sie gerne Freude haben, wegen ihrer Freiheitsliebe sich auch mal spontan von den eigenen Bezugspersonen und deren Gepflogenheiten entfernen und sehr schnell von außen zu fremden Urteilen verleiten lassen. Solange man es geschickt verpackt, bleibt es von vielen leider unbemerkt.
Entweder dieser Spaltkeil verpasst uns weiter gefährliche Treffer oder wir überwachsen auch solche Mechanismen durch Unterscheidungsfähigkeit und Geduld uns selbst gegenüber. Ich traue es uns zu – auf Dauer nutzen sich solche manipulativen Mustern ab und wir haben schon andere Großverwirrungen abgewehrt.
Irgendwann ist wahrscheinlich auch egal, wer wann mal eine homosexuelle Neigung oder andere Anteile in sich hatte – es gibt wichtigeres.
Auch das Wissen, dass jegliche Spielvarianten, die man lieber verbirgt oder für viele mit großer Scham behaftet, auch durch Verführungen und psychologische Mittel gezüchtet werden können, wird helfen, die Schamverwirrungen richtig einzuordnen. Wie in der Schule eben… blamieren oder kassieren, wer ist heute der Buhmann und so weiter.
Philipp Drescher hat Medizin studiert und ist Autor und freier Forscher. In seinen Büchern, auf Deprisoner.de und in seinen theoretischen Arbeiten (u.a. auf Zenodo) untersucht er die gemeinsamen Berührungspunkte zwischen Neurowissenschaft, Resonanz, psychologischen Effekten und dem Geist bzw. der Seele. Seine Texte bieten neue Denkansätze und Modelle zur freien Selbstreflexion, ersetzen jedoch keine medizinische Diagnostik oder Therapie.
